Kein Zweifel, es gibt sie - die doofen Dosen. Die Leitplanke an der Bundesstraße, das Denkmal mitten in der Innenstadt, der hohle Zaunpfahl oder die Lore im Wohngebiet - was haben Geocaches dort zu suchen? Eigentlich nichts, zumindest nicht im Sinne des ursprünglichen Spiels, bei dem es irgendwann mal darum ging, anderen Leuten besonders schöne und reizvolle Orte zu zeigen.

Der besondere Reiz der doofen Dosen besteht allerdings nicht darin, ein spannendes und gut gemachtes Versteck zu entdecken, oder einen zeigenswerten Ort zu zeigen, sondern nicht von Muggeln entdeckt zu werden. Bei vielen dieser Dosen wird die D-Wertung vom Owner sogar wegen der vielen Muggel künstlich nach oben geschraubt.

Oft kommt man sich vor wie ein Spanner, vor allem dann, wenn die Dose an, oder besser noch, auf einem Kinderspielplatz liegt. Zum besseren Ansehen von uns Geocachern tragen solche Dosen sicherlich nicht bei, aber immerhin bekommt man ja einen Statistikpunkt, wenn man sie gehoben hat.

Obwohl ich mir nicht vorstellen kann, dass jemand diese Dinger tatsächlich gut findet und persönlich keine Leute kenne, die anders darüber denken als ich, soll es sie tatsächlich geben.

Aber selbst wenn nicht - wer bin ich, der sich anmaßt, ein Urteil über die Dosen anderer Owner zu fällen? Auch wenn mir diese Dosen nicht gefallen, sie haben ihre Berechtigung, genauso wie jeder liebevoll gestaltete Tradi oder Stationen eines schönen Multis.

Darüber habe ich noch vor einiger Zeit anders gedacht, und es gab im Geoclub auch durchaus kontroverse Diskussionen, die ich ausgelöst habe, aus fehlendem Respekt vor solchen Dosen. Da ich viel lieber im Wald unterwegs bin als in der Stadt, habe ich solche Dosen meist gemieden, aber wenn dann mal eine meinen Weg gekreuzt hat, war ich nicht sonderlich vorsichtig beim Heben dieser Dose. Schließlich war es ja eh’ nur Statistik-Dreck.

Um es nicht falsch zu verstehen: Besser als damals gefallen mir solche Dosen auch heute nicht. Ich kann nicht nachvollziehen, was einen Owner veranlasst, eine Dose an eine Leitplanke zu klatschen oder mitten im Wohngebiet oder in der Innenstadt auszulegen. Schließlich gibt es genügend Platz in Wäldern, an Wegen oder sonstigen Orten, an denen nicht ständig Muggelalarm herrscht.

Ich bin auch nach wie vor der Meinung, dass solche Dosen unserem, ohnehin schon angekratzten, Image mehr schaden als nützen.

Das teile ich den Ownern der entsprechenden Caches auch in meinen Logeinträgen mit, was mich sicherlich nicht zum beliebtesten Dosensucher auf diesem Planeten macht.

Aber ich habe für mich gelernt, dass ich mich nicht über die Dinge stellen darf. Was für mich Dreck ist, mag für andere vielleicht schön oder gar lehrreich sein.

Ich muss das nicht verstehen.

Aber ich muss es respektieren.

Anstatt Dosen, die ich richtig scheiße finde, ohne Rücksicht auf Verluste und wie ein Elefant im Porzellanladen anzugehen, kann ich mittlerweile an ihnen vorbeilaufen, um sie nicht unnötig zu gefährden.

Das sollte, im Interesse aller Owner eigentlich selbstverständlich sein..

Aber ich habe ziemlich lange gebraucht, um das zu begreifen.